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UNIGIS Abschlussarbeiten


Der krönende Abschluss eines UNIGIS MSc Studiums ist sicherlich die Master Thesis. Mit ihr belegen unsere MSc-AbsolventInnen, dass sie den akademischen Grad "Master of Science (Geographical Information Science & Systems)" zu Recht führen.  Im UNIGIS professional Studiengang muss keine Abschlussarbeit verfasst werden. Dennoch nehmen einige Studierende die Möglichkeit war, ein Geoinformatikprojekt durchzuführen und entsprechend zu dokumentieren.

Sie sind auf der Suche nach aktueller Literatur zu Geoinformatik-Themen?
Hier finden sie die mitunter preisgekrönten Abschlussarbeiten unserer AbsolventInnen!

Andreas Eisenhut [07-2013]:

Skitourenplanung auf Knopfdruck? Die optimale Aufstiegsroute bezüglich Anstrengung und Lawinensicherheit, modelliert mit einem Geographischen Informationssystem (GIS)

Diese Arbeit ist online verfügbar: Download


In dieser Master Thesis wird in experimenteller Herangehensweise ein neues GIS-Berechnungsmodell entwickelt, welches die optimale Aufstiegsroute für eine beliebige Skitour erstellt und bewertet. Es müssen dafür nur Start und Ziel der Skitour bekannt sein. Mit der optimalen Aufstiegsroute ist die Bleistiftlinie gemeint, wie sie in der traditionellen Skitourenplanung mit Hilfe von Lawinenbulletin, Skitourenführer und weiteren Planungshilfen auf die Landeskarte 1:25000 übertragen wird. Im Literaturteil der Arbeit werden als Fundament für das GIS-Projekt die aktuelle Skitourenplanungspraxis und GIS-Arbeiten zu dieser Thematik zusammengetragen. Dem GIS-Berechnungsmodell liegen das neue Terrainmodell und Topograsche Landschaftsmodell des Bundesamtes für Landestopograe (swisstopo) zugrunde. Das Terrainmodell ist seit März 2013 ächendeckend für die ganze Schweiz in einer neuen Qualität verfügbar. Anhand von acht Skitouren in einem Testgebiet wird das Potenzial dieser neuen GIS-Daten für die Skitourenplanung ausgelotet. In der Entwicklung des Berechnungsmodells wird in einem ersten Schritt die kraftsparendste Aufstiegsroute deniert und mit dem Konzept der Verbindungsentfernung (Path Distance) hergeleitet. In einem zweiten Schritt kommt die Lawinengefahr ins Spiel. Dabei iesst das Lawinenrisiko aus der Graschen Reduktionsmethode (GRM) für die Lawinengefahrenstufen gering, mässig und erheblich in das Berechnungsmodell mit ein. Es werden sowohl der gefährdete Hangbereich als auch die Schutzwirkung des Waldes mit berücksichtigt. Die optimale Aufstiegsroute wird folglich als kraftsparendste Linie und als lawinensicherste Linie erstellt. Ergänzend zu diesen Linien zeigt eine modellierte Korridoräche diejenigen Geländebereiche, welche unter ähnlichen Bedingungen wie die Aufstiegsrouten begehbar sind. Das Modell bewertet zudem jeden Routenabschnitt der Aufstiegsrouten und der Korridoräche bezüglich Lawinensicherheit, Anstrengung, Exposition und Höhenlage, sodass die Schlüsselstellen einer Skitour sichtbar gemacht werden können. Schliesslich werden in einem letzten Teil alle Modellierungen präsentiert und mit den Skitourenrouten des Schweizer Alpen-Club SAC sowie einer eigenen Begehung verglichen. Zusätzlich überprüfen Skitourengänger unterschiedlicher Niveaus (Anfänger bis Bergführer) die Ergebnisse in einer Umfrage hinsichtlich Qualität und Praxistauglichkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass die neuen Daten der swisstopo bei sorgfältiger Aufbereitung einen Gewinn für die Skitourenplanung darstellen. Es wird sichtbar, dass die in der Schweiz bewährten Planungshilfen Beurteilungs- und Entscheidungsrahmen 3x3 und Grasche Reduktionsmethode GRM dank GIS noch einfacher angewendet werden können, insbesondere vor einer Tour bei der Planung zu Hause. Das individuelle Kartenstudium darf dabei nicht ersetzt, sondern soll unterstützt, erleichtert und auch für Anfänger besser greifbar werden. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass GIS-Auswertungen trotz verbesserter Datengrundlage stets klare Grenzen aufweisen werden und lediglich als Planungshinweise dienen. Insbesondere tagesaktuelle Verhältnisse wie frischer Triebschnee oder kritische Neuschneemenge und der gesamte Faktor Mensch des 3x3 lassen sich mit GIS kaum berücksichtigen. Genau diese Aspekte sind aber für viele Beurteilungen vor und während der Tour entscheidend. Wahrnehmen, denken und entscheiden muss also auch in Zukunft noch jeder selbst.


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