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UNIGIS Abschlussarbeiten


Der krönende Abschluss eines UNIGIS MSc Studiums ist sicherlich die Master Thesis. Mit ihr belegen unsere MSc-AbsolventInnen, dass sie den akademischen Grad "Master of Science (Geographical Information Science & Systems)" zu Recht führen.  Im UNIGIS professional Studiengang muss keine Abschlussarbeit verfasst werden. Dennoch nehmen einige Studierende die Möglichkeit war, ein Geoinformatikprojekt durchzuführen und entsprechend zu dokumentieren.

Sie sind auf der Suche nach aktueller Literatur zu Geoinformatik-Themen?
Hier finden sie die mitunter preisgekrönten Abschlussarbeiten unserer AbsolventInnen!

Jonas Pieper [05-2008]:

Methoden zur kleinräumigen Modellierung der Gesundheitsversorgung durch Standorte freier Arztpraxen in Berlin

Diese Arbeit ist online verfügbar: Download


Als man die derzeit geltenden Bedarfsplanungs-Richtlinien zur Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland verfasst hat, ging es in erster Linie darum, den ständig steigenden Ärztezahlen und damit einer Überversorgung Einhalt zu gebieten. Heute hat sich die Ausgangslage grundsätzlich verändert. In einigen Regionen gibt es bereits Ärztemangel. Die Bedarfsplanung stellt kein ausreichendes Steuerungsinstrument mehr für eine am tatsächlichen Bedarf orientierte Versorgungsplanung dar. In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen welche Methoden angewendet werden können, um die Gesundheitsversorgung durch Standorte freier Arztpraxen, mit Hilfe von Geographischen Informationssystemen (GIS), zu modellieren. Dadurch soll die Relevanz von GIS zur Bearbeitung der angesprochenen Problemstellung und für den generellen Einsatz in der Gesundheitssystemforschung verdeutlicht werden. Der Begriff der Zugänglichkeit von Gesundheitseinrichtungen nimmt eine zentrale Stellung in der Versorgungsforschung ein. Die räumliche Erreichbarkeit stellt dabei den wichtigsten Aspekt dar, der sich mit GIS auswerten lässt. Vier Kategorien von Methoden zur Messung der räumlichen Erreichbarkeit können voneinander abgegrenzt werden. Für jede Kategorie wird eine Methode entwickelt, die sich zur Quantifizierung der Erreichbarkeit von Arztpraxen in Berlin eignet. Zum besseren Verständnis der Analyseergebnisse werden Indikatoren definiert, welche die Versorgungssituation aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschreiben. Als Datengrundlagen stehen die Standorte aller freien Arztpraxen in Berlin, ein kompletter Straßengraph zur Ermittlung von Reisezeiten auf Basis realer Wege, sowie Geometriedaten und Daten aus dem Einwohnerregister auf der kleinräumigen Basis der Berliner Blöcke zur Verfügung. Zwei definierte Versorgungsindikatoren erweisen sich dabei als besonders geeignet, die Gesundheitsversorgung durch freie Arztpraxen in Berlin zu beleuchten. Sie berücksichtigen neben dem Aspekt der räumlichen Erreichbarkeit auch das verfügbare Angebot und die zu versorgende Wohnbevölkerung. Einer der beiden Indikatoren beinhaltet außerdem eine kontinuierliche Gewichtung der Distanzen. Für die beiden untersuchten Facharztgruppen, Kinderärzte und Internisten, können Gebiete in der Stadt identifiziert werden, die als kleinräumig unterversorgt bezeichnet werden müssen. Einer der entwickelten Indikatoren wird beispielhaft als Attraktivitätsparameter zur Bewertung potenzieller Standorte, bei der Neugründung von Arztpraxen, verwendet. Dadurch wird eine verbesserte Orientierung der Versorgungsplanung am objektiven Bedarf ermöglicht.


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