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Der krönende Abschluss eines UNIGIS MSc Studiums ist sicherlich die Master Thesis. Mit ihr belegen unsere MSc-AbsolventInnen, dass sie den akademischen Grad "Master of Science (Geographical Information Science & Systems)" zu Recht führen.  Im UNIGIS professional Studiengang muss keine Abschlussarbeit verfasst werden. Dennoch nehmen einige Studierende die Möglichkeit war, ein Geoinformatikprojekt durchzuführen und entsprechend zu dokumentieren.

Sie sind auf der Suche nach aktueller Literatur zu Geoinformatik-Themen?
Hier finden sie die mitunter preisgekrönten Abschlussarbeiten unserer AbsolventInnen!

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Svenja Schüffler [05-2009]:

Konzeptentwicklung für die GIS-basierte raum-zeitliche Visualisierung seismischer Aktivität

Diese Arbeit ist online verfügbar: Download


Über Erdbeben zu forschen, also Grundlagenforschung zu betreiben, bedeutet immer auch Position zu beziehen bezüglich wissenschaftlicher und erkenntnistheoretischer Paradigmen. Mit der Entwicklung neuer wissenschaftlicher Darstellungsformen stellt sich die Frage, wie sich Erkenntnis durch Darstellung konstituiert. Diese Frage ist entscheidend, denn erst mit der Art und Weise, wie Erdbeben dargestellt werden, lässt sich der Gehalt bzw. der Inhalt dessen, was erkannt werden wird, bestimmen. Jede Erkenntnistätigkeit durch Darstellung muss daher berücksichtigen, dass der Erkenntnisgegenstand in seiner visuellen Darstellungsform das Resultat eines komplexen Herstellungsprozesses durch Abstraktion physikalisch-mathematischer, visueller, informationstechnischer, theoretischer und kognitiver Bedeutungen ist und somit immer auch Konstrukt, modellhaft und somit neuartig ist. Die visuelle Darstellung dieser Arbeit untersucht die bisher nicht determinierbare zu chaotischen Verhalten neigende Erdbebendynamik. Dabei zielt sie auf das Detektieren visueller Muster und Ordnungen innerhalb raumbezogener seismischer Daten. Die visuelle Evidenz der Darstellung und die GIS-kompatible Umsetzung werden durch die Konservierung des relationalen Charakters seismischer Daten gewährleistet. Die Konservierung wird durch eine graphematische Repräsentation von Knoten und Verbindungen (Punkt-/Linienvektor) realisiert, wodurch logische und deiktische Beziehungen im Raum abgebildet werden können. Die Graphenstruktur ist die Grundlage für die Entwicklung neuer Verknüpfungsregeln. Die Betrachtung der seismischen Dynamik in Analogie zu komplexen dynamischen Systemen ermöglicht eine neue Perspektive auf die Erdbebendynamik. Komplexe dynamische Systeme zeigen zum einen chaotisches Verhalten, gleichwohl bilden sie selbstorganisierte Strukturen aus. Somit kann die Erdbebendynamik unter neuen Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien der Strukturbildung betrachtet werden. Die Übertragung der Prinzipien erfolgt abduktiv durch Metapherndeutung, unterstützt durch die Entwicklung hypothetischer Fragen aus systemtheoretischer Perspektive. Die auf der Grundlage des relationalen Graphenmodells entwickelten Darstellungsformen Ereignisgraph und Vektorrose drücken visuell systemische Eigenschaften der Zeitdynamik im dreidimensionalen Raum aus. Die visuellsystemische Zeitstruktur sowie der Bruch zeitlicher Symmetrie sind das Ergebnis von Vektorbildungen und Vektorverschiebungen. Diese Operationen schaffen Voraussetzungen für die Exploration der Erdbebendynamik nach visuellen phänomenologischen Eigenschaften. Gestalttheoretischen Prinzipien entsprechend werden Gestalt und Richtungen der Darstellungen explorierbar, unterstützt durch Längenbeträge, Vektordicken und Farbvariablen der graphischen Primitive. Mit der Dynamisierung der statischen Visualisierungsmodelle durch Variation der Datensätzen in zeitlicher Abfolge, können Änderungen von Richtungen und Gestalt in der Zeit eruiert werden. Die hier vorgestellten Darstellungskonzepte sind unabhängig von den funktionellen Möglichkeiten zur Darstellung und Abfrage im dreidimensionalen Raum derzeitiger GIS entwickelt worden. Somit beschränkt sich die GIS-basierte Umsetzung mit GRASS/NVIZ auf die Entwicklung des EreignisGraphen. Aus diesem wird manuell mit CAD/3Ds Max beispielhaft die VektorRose konstruiert und gemeinsam mit dem EreignisGraphen gerendert visualisiert. Die implizite Ästhetik wissenschaftlicher Visualisierung wird abschließend Status thematisiert. Die bezüglich ihres erkenntnistheoretischen und künstlerischen Darstellungskonzepte sind die Grundlage für den Aufbau eines interaktiven WebGIS durch Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ und dienen der wissenschaftlichen Exploration.


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