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Der krönende Abschluss eines UNIGIS MSc Studiums ist sicherlich die Master Thesis. Mit ihr belegen unsere MSc-AbsolventInnen, dass sie den akademischen Grad "Master of Science (Geographical Information Science & Systems)" zu Recht führen.  Im UNIGIS professional Studiengang muss keine Abschlussarbeit verfasst werden. Dennoch nehmen einige Studierende die Möglichkeit war, ein Geoinformatikprojekt durchzuführen und entsprechend zu dokumentieren.

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Hier finden sie die mitunter preisgekrönten Abschlussarbeiten unserer AbsolventInnen!

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Dirk Herrmann [08-2009]:

Modellierung der Auswirkungen des Klimawandels auf die landlebenden europäischen Säugetiere

Diese Arbeit ist online verfügbar: Download


Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Auswirkungen des Klimawandels auf die europäischen, landlebenden Säugetiere und insbesondere auf die Wirksamkeit des europaweiten Schutzgebietssystems Natura 2000 abzuschätzen. Das Untersuchungsgebiet umfasste das geografische Europa ohne Island, Teile Russlands westlich des Urals sowie Teile der Ukraine, schloss aber die Westtürkei und den äußersten Norden der Maghrebstaaten ein. Alle Variablen wurden auf ein 50x50 km weites Raster (Koordinatensystem ETRS89 Lamberth Azimuthal Equal Area 52N10E) umgerechnet. Mithilfe der Methode boosted regression trees (BRT) wurden die gegenwärtige und die für Mitte des Jahrhunderts zu erwartende Verbreitung von 172 der 184 insgesamt im Untersuchungsgebiet vorkommenden, landlebenden Säugetierarten modelliert. Die Verbreitung lag in Form von Präsenz/Absenzdaten aus dem European Mammal Assessment des IUCN vor. Es wurden vier verschiedene Klimaszenarien verwendet, die unterschiedliche gesellschaftliche Entwicklungen repräsentieren. Von den 13 untersuchten erklärenden Variablen stellten sich Klimaparameter, an erster Stelle die growing degree days > 5°C als am wichtigsten heraus, während Landbedeckungs- und Topografievariablen geringeren Einfluss auf die Modell-vorhersagen hatten. Für den Zeitraum 2051-2060 droht unter der Annahme, dass kein „Mitwandern“ mit dem Klimawandel möglich ist, je nach Szenario für ca. 16 – 25% aller daraufhin untersuchten 172 Arten der Verlust der Hälfte oder mehr ihres Areals. Unter der Annahme einer Möglichkeit zur unbegrenzten Ausbreitung sind es rund 11 – 18%; auf der anderen Seite könnten im letztgenannten Fall 11 – 21% der untersuchten Arten ihr Verbreitungsgebiet um 50% oder mehr ausdehnen. Während es damit unter der Voraussetzung entsprechender Wanderungsmöglichkeiten in erster Linie zu einer Verschiebung der Zonen mit hoher Biodiversität in Richtung Norden kommt, würde sich unter der Annahme „keine Wanderung“ die Artenzahl in großen Teilen Europas deutlich reduzieren. Der mittlere Verlust an Vorkommen in Natura 2000 – Gebieten für alle modellierten Arten und den Zeitraum 2051-2060 liegt je nach Szenario zwischen rund 11 und 24%. Werden nur die Arten des Anhangs II betrachtet, ergibt sich ein höherer Verlust von rund 24-28%.Der Klimawandel dürfte insbesondere in Süd- und Südosteuropa, d.h. den Bereichen mit der aktuell höchsten Artenzahl, zu einem hohen Verlust an Säugetierarten führen. Aber auch nordeuropäisch verbreitete Säugetierarten sind stark vom Klimawandel bedroht. Die Ergebnisse zeigen, dass selbst unter moderaten Klimaszenarien die Neuausweisung von Schutzgebieten sowie der Erhalt und die Neuschaffung von Biotopverbund-strukturen dringend notwendig sind, um den Verlust der Biodiversität möglichst gering zu halten.


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