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UNIGIS Abschlussarbeiten


Der krönende Abschluss eines UNIGIS MSc Studiums ist sicherlich die Master Thesis. Mit ihr belegen unsere MSc-AbsolventInnen, dass sie den akademischen Grad "Master of Science (Geographical Information Science & Systems)" zu Recht führen.  Im UNIGIS professional Studiengang muss keine Abschlussarbeit verfasst werden. Dennoch nehmen einige Studierende die Möglichkeit war, ein Geoinformatikprojekt durchzuführen und entsprechend zu dokumentieren.

Sie sind auf der Suche nach aktueller Literatur zu Geoinformatik-Themen?
Hier finden sie die mitunter preisgekrönten Abschlussarbeiten unserer AbsolventInnen!

Ronny Lange [04-2013]:

Entwicklung einer Methode zur Berechnung des zu erwartenden Schadens auf Grund von Naturgefahren in Südtirol

Diese Arbeit ist online verfügbar: Download


Im Rahmen der vorliegenden Master-Thesis soll eine Methode zur Berechnung des zu erwartenden Schadens im Zuge einer zukunftsorientierten Risikoanalyse erarbeitet und vorgestellt werden. Es existieren bereits einige wenige Ansätze, jedoch werden sehr wichtige Schadensobjekte nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. Diese Arbeit stellt einen Ansatz vor, welcher es ermöglicht, die Sach- und Personenschäden getrennt voneinander zu ermitteln. Die Sachschäden werden nach der auf Seite 59 beschriebenen Formel berechnet. Sie berücksichtigt den Wert, die Verletzlichkeit und die Größe des Objektes. Zur Kalkulation der zu erwartenden Personenschäden wurden einerseits statistische Werte für die Präsenz von Personen verwendet, aber auch Verkehrszählungen durchgeführt. Als weiterer Parameter kommt die Belegung der jeweiligen Objektklasse hinzu, sodass sich die Personenschäden als Produkt des statistischen Wertes von Personen, der Verletzlichkeit, der Präsenzwahrscheinlichkeit sowie des Belegungsfaktors berechnen lässt. Als Basis für die Berechnung und zur Festlegung der Objektklassen wurde die Vektorgrundkarte der Autonomen Provinz Bozen verwendet. Diese ist einerseits flächendeckend für das gesamte Landesgebiet verfügbar und bietet darüber hinaus einen Aufnahmemaßstab von 1:10.000. Dieser Maßstab wird auch in der Gefahrenzonenplanung Südtirols verwendet und lässt eine aussagekräftige Risikobewertung für das entsprechende Untersuchungsgebiet zu. Die erarbeitete Methode wurde anhand einer Fallstudie im Untersuchungsgebiet Gemeinde Welsberg – Taisten im Pustertal in Südtirol analysiert. Die Gefahrenanalyse wurde für diese Gemeinde bereits abschließend durchgeführt, sodass die Ergebnisse daraus für die Risikoermittlung verwendet werden konnten. Die Gefahrenanalyse zeigt flächenmäßig große Gefahrenbereiche im Ortsteil Welsberg und den Hauptverkehrswegen der Gemeinde. Während der anschließenden Vulnerabilitätsanalyse werden potenzielle Schadensobjekte katalogisiert und in einem Objektkatalog zusammengefasst. Jeder Objektklasse wird in Abhängigkeit des zu erwartenden Gefahrenprozesses und deren Intensität ein Verletzlichkeitsfaktor zugewiesen. Für die Personenschäden wurde zusätzlich ein Präsenz- und Belegungsfaktor je Objektklasse festgelegt. Im Rahmen der nachfolgend durchgeführten Konsequenzanalyse, welche die Ergebnisse der Gefahrenanalyse und der Vulnerabilitätsanalyse miteinander verschneidet, wurde der zu erwartende Sach- und Personenschaden berechnet. Die Ergebnisse haben, wie nicht anders zu erwarten, ein hohes Risiko mit hohen Sach- und Personenschäden im Bereich der Ortschaft Welsberg ergeben. Vor allem die betroffenen Hotels, öffentlichen Gebäude und Zivilgebäude erhöhen den zu erwartenden Gesamtschaden. Es konnte außerdem festgestellt werden, dass die betroffenen Verkehrsachsen (SS49, LS46 und die Eisenbahnlinie Franzensfeste – Innichen) erheblich zum erwartenden Schadensausmaß beitragen. Die Risikobewertung der Hauptverkehrsachsen ist demzufolge nicht nur bei der Betrachtung der direkten Schäden bei der Durchführung einer Risikoanalyse unerlässlich. Die indirekten Schäden wurden im Rahmen dieser Studie ausdrücklich nicht behandelt. Eine Ausnahme bilden die Räumungskosten, insbesondere auf Straßen und Eisenbahnlinien, welche bei der Berechnung der Sachschäden berücksichtigt werden.


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