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UNIGIS Abschlussarbeiten


Der krönende Abschluss eines UNIGIS MSc Studiums ist sicherlich die Master Thesis. Mit ihr belegen unsere MSc-AbsolventInnen, dass sie den akademischen Grad "Master of Science (Geographical Information Science & Systems)" zu Recht führen.  Im UNIGIS professional Studiengang muss keine Abschlussarbeit verfasst werden. Dennoch nehmen einige Studierende die Möglichkeit war, ein Geoinformatikprojekt durchzuführen und entsprechend zu dokumentieren.

Sie sind auf der Suche nach aktueller Literatur zu Geoinformatik-Themen?
Hier finden sie die mitunter preisgekrönten Abschlussarbeiten unserer AbsolventInnen!

Kevin Wilhelm [07-2013]:

Was macht der Uhu im Steinbruch? Entwicklung eines webbasierten Biodiversitätsinformationssystems für Abbaustätten der Steine und Erden Industrie

Diese Arbeit ist online verfügbar: Download


Im Rahmen der Genehmigungsplanung von Rohstoffabbaustätten ist als Element der Umweltverträglichkeitsprüfung eine Dokumentation der Artenvielfalt, die sog. artenschutzrechtlichen Prüfungen, der geplanten, bestehenden oder stillgelegten Abbauflächen und deren Umfeld in Deutschland verpflichtend. Die Erhebung der Biodiversitätsdaten (Artvorkommen und Biotoptypen) erfolgt durch unabhängige Planungsbüros. Schätzungsweise werden alleine in Baden-Württemberg jährlich mehrere Zehntausend Artvorkommen im Rahmen der Untersuchungen aufgenommen. Eine standardisierte Vorgehensweise bzgl. Datenformat, Untersuchungsparameter und Speicherung der Daten existiert nicht. Dadurch wird die zukünftige Nutzung der landesweit erhobenen Biodiversitätsdaten extrem erschwert bis unmöglich gemacht. Um das Potential, welches die Zusammenführung dieser Daten bietet, nutzbar zu machen, wird in der vorliegenden Arbeit ein Konzept für ein internetbasiertes Biodiversitätsinformationssystem (BIS) zur systematischen, landesweiten Erfassung der Biodiversitätsdaten in Abbaustätten der Steine- und Erden-Industrie in Baden-Württemberg entwickelt. Die Systementwicklung beinhaltet eine Analyse vergleichbarer Biodiversitätsanwendungen und folgt ansonsten dem klassischen Ansatz der Softwareentwicklung, bestehenden aus Anforderungsanalyse, Systemdesign, Implementierung eine Prototypen und Testphase. Zentrale Bestandteile der auf OpenSource Komponenten basierenden Systemarchitektur sind das Content Management Framework Zope, der Kartenserver MapServer, derWebGIS-Client OpenLayers und eine PostgreSQL-Biodiversitätsdatenbank, deren Datenmodell auf dem Darwin Core Schema aufbaut. Weiterhin wird die Architektur entscheidend durch die Einbindung externerWeb-Services geprägt, die zur Qualitätssicherung der Daten verwendet werden. Das entwickelte Konzept sieht als wesentliche Systemfunktionen die Erfassung, Verwaltung und Visualisierung von Artbeobachtungen und Biotoptypen vor. Das Datenerfassungskonzept beinhaltet die Digitalisierung von Einzeldatensätzen sowie den Import von größeren Datenmengen in Form von CSV- oder SHP-Dateien. Zur Verwaltung der Daten dient eine tabellarische Ansicht der Daten. Zur Visualisierung der Artvorkommen wurden drei Darstellungsarten entwickelt: die punktförmige Kartendarstellung von Einzelvorkommen, die Darstellung von Artverbreitungskarten auf Basis der Blattschnitte der Topographischen Karte und die Darstellung der Verbreitung von Taxa aller Rangstufen ebenfalls auf Blattschnittebene. Dem Datenmodell liegt der Aufbau in drei Haupt-Entitäten „Vorhaben“, „Untersuchung“ und „Artbeobachtung“ (bzw. „Biotoptyp“) zugrunde, welcher sich auch im dreistufigen Datenerfassungsprozess von Vorhabensstammdaten, Untersuchungsstammdaten und Beobachtungslisten widerspiegelt. Das Datenerfassungskonzept berücksichtigt zahlreiche Mechanismen zur Qualitätssicherung der Daten. Ein umfangreiches Paket an beschreibenden Attributen für Artbeobachtungen und Biotoptypen einschließlich ihrer Metadaten (Vorhaben, Untersuchungen) stellt sicher, dass alle im Gelände erfassten Informationen in der Datenbank gespeichert werden können. Mit diesem Datenmodell als Grundlage ist zukünftig eine einheitliche Datenerhebung möglich. Im Rahmen der prototypischen Implementierung der Webanwendung wurde die technische Machbarkeit des Konzeptes überprüft und das System mit zahlreichen Testdatensätzen getestet. Es zeigte sich, dass die entwickelte Softwarelösung grundsätzlich umsetzbar ist, das Konzept im Detail jedoch noch Schwächen aufweist. Insbesondere der Datei-Import von Beobachtungsdaten ist nicht ausreichend stabil konzipiert, was in erster Linie damit zusammenhängt, dass die Datenqualitätssicherung mittels externer taxonomischer Web-Services parallel zum Daten-Upload erfolgt. Gelingt es den Importprozess zu stabilisieren und noch weitere Vorhabensträger außerhalb der Steine- und Erden-Industrie für das Projekt zu begeistern, wird zukünftig mit dem BIS ein mächtiges Instrument zur Verwaltung und Analyse von Artbeobachtungsdaten zur Verfügung stehen.


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