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Der krönende Abschluss eines UNIGIS MSc Studiums ist sicherlich die Master Thesis. Mit ihr belegen unsere MSc-AbsolventInnen, dass sie den akademischen Grad "Master of Science (Geographical Information Science & Systems)" zu Recht führen.  Im UNIGIS professional Studiengang muss keine Abschlussarbeit verfasst werden. Dennoch nehmen einige Studierende die Möglichkeit war, ein Geoinformatikprojekt durchzuführen und entsprechend zu dokumentieren.

Sie sind auf der Suche nach aktueller Literatur zu Geoinformatik-Themen?
Hier finden sie die mitunter preisgekrönten Abschlussarbeiten unserer AbsolventInnen!

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Andrea Leimgruber [12-2013]:

Leitungsauskunft durch Publikation – Die Diskussion um die Öffentlichkeit von Leitungskatastern

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Die Swisscom AG unterliegt wie alle Versorgungsunternehmen einer gesetzlich festgeschriebenen Auskunftspflicht über den Verlauf ihrer Leitungen gegenüber Dritten, welche ihrerseits ebenfalls eine Informationspflicht zu berücksichtigen haben. Diese Regelung dient dem Schutz der Leitungs- und Versorgungsinfrastrukturen, aber auch dem physischen und juristischen Schutz von Personen, die mit den Leitungen in Kontakt kommen könnten. Heute gängig sind technisch aufwendige Darstellungs-Services, firmeninterne Cloud-Lösungen oder ineffiziente und kostenintensive Auskunftsleistungen durch Planbestellungen. Alle Systeme entsprechen einer passiven Auskunft für berechtigte Nutzerkreise. Weil sich das Verständnis von Öffentlichkeit und die Informationsbestimmungen des Einzelnen und der Gesellschaft verändert haben, wird von verschiedenen Seiten eine neue Richtung eingeschlagen. Wertvolle und deshalb geschützte Daten sollen aktiv einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der freie Informationszugang bringt aber nicht nur Vorteile wie Transparenz und Innovation, sondern kann durch die Verknüpfung mit geographischen Daten persönliche Rechte oder Geschäftsgeheimisse verletzen. Das Risiko der Rechtsverletzung hat mit der steigenden Nutzung von Geodaten zugenommen. Um den Zugang einheitlich über alle Verwaltungsebenen zu regeln trat in der Schweiz 2008 das Geoinformationsgesetz (GeoIG) in Kraft. Obwohl es sich bei einem Leitungskataster ebenfalls um geographische Daten handelt, nehmen sie eine Sonderstellung ein in der Gesetzgebung. Nur die entsprechenden Fachregelungen finden Anwendung auf die Leitungsverzeichnisse von Versorgungswerken, unter welchen auch die Swisscom eine spezielle Position besetzt. Das Unternehmen funktioniert landesweit und privatrechtlich, ist aber mehrheitlich ein Bundesbetrieb und führt zudem den Hauptkonzessionsvertrag der Grundversorgung aus. Für alle Versorger gleichermassen geht mit der Leitungsauskunft ein Interessenskonflikt einher: Zu frei verfügbare Auskunft macht die wichtigen Infrastrukturen verwundbar gegenüber kriminellen Einflüssen, zu restriktive Information erhöht die Gefahr für Mensch und Anlagen durch Fahrlässigkeit und Unwissen. Eine quantitative Risikoanalyse scheint die geeignete Methode, um die einzelnen Faktoren des Spannungsfeldes zu identifizieren und zu gewichten. Tatsächlich wurde dabei festgestellt, dass die Mehrheit der schlagkräftigen Gegenargumente einer Publikation für die Swisscom aktuell überbewertet sind oder nicht bestehen können. Die Innere Sicherheit wird durch einen öffentlichen Leitungskataster nicht zusätzlich gefährdet, während der Anlagen- und Personenschutz nicht nur gewährleistet wird, sondern steigt. Die technischen Anforderungen an GI- und Auskunftssysteme werden in keinem Fall zurückgehen, was aber eine Chance ist und kein Risiko. Auf der Haftungsebene führen Veröffentlichung und die Informationspflicht des Nutzers zu einer Umkehrung der Kausalhaftung, die geschützt zu Ungunsten des Leitungseigentümers ausfällt. Nur ungenügend bewertet werden konnte in diesem Umfang der Wettbewerbsnachteil. Hier ist klar festzuhalten, dass es sich beim Leitungskataster der Swisscom um private Firmendaten handelt, die in allen Fällen durch das Firmenund Geschäftsgeheimnis rechtlich geschützt werden können. Deshalb sollte in einer fundierten Folgeuntersuchung der Fokus auf die Risiken des Konkurrenzmonitorings gelegt werden. Damit überwiegen die Vorteile in der Zahl. Wirtschaftliche Nachteile haben aber nach wie vor mehr Gewicht in der Öffentlichkeitsfrage. Die Tendenz geht gleichwohl in Richtung Öffnung, nicht zuletzt, weil dadurch neue Synergien entstehen und genutzt werden können. Allgemein hat die Diskussion um die Öffentlichkeit von Geodaten wohl gerade erst angefangen.


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