Übung Geokodierung

 

Diese Übung setzt sich mit der Geokodierung von Adressdaten auseinander. Für vier Apotheken im Süden der Stadt Salzburg sollen die Kundeneinzugsbereiche je Standort dargestellt werden. Dazu ist es erforderlich, die Apothekenstandorte sowie die Kundenadressenlisten zu geokodieren und in Punktdaten umzuwandeln.

 

 

 

Zur Bearbeitung der Übung verwenden wir die online Version von ArcGIS. Der Datensatz für diese Übung enthält Adressdaten von vier Apotheken und einen Teil von deren Kunden als Tabulator-getrennte Textdatei. Legen Sie diese Textdateien lokal ab (rechte Maustaste auf den Link -> Ziel speichern unter...).

   
   

In einem ersten Schritt werden aus den Daten mit relativem Lagebezug, nämlich einer Adresse, Geodaten mit eindeutigen geographischen Koordinaten generiert. Dieser Vorgang wird als Geokodierung bezeichnet. Dabei wird jeder Adresspunkt mit den entsprechenden räumlichen Koordinaten ergänzt.

Grundlage jedes Geokodierungsprozesses ist eine Referenzdatenbank, die für jeden Adresspunkt die räumlichen Koordinaten enthält. Durch Geokodierungswerkzeuge wird ein Abgleich (Matching) zwischen der Datenbank und der zu geokodierenden Adressliste erstellt. Bei einer Übereinstimmung innerhalb eines zuvor festgelegten syntaktischen und semantischen Toleranzbereichs wird der Adresspunkt um die Koordinantenangabe ergänzt.
Eine besondere Herausforderung liegt dabei in der Syntax und der Semantik der Adressdaten.
SyntaxDie Syntax, also die Verknüpfung einzelner Adresselemente, ist mehr oder weniger variabel. Für das Matching beim Geokodieren ist es deshalb entscheidend, festzulegen welches Element bzw. welche Attributspalte dem Straßennamen, der Hausnummer, der Postleitzahl, oder der Gemeinde entspricht. In der Regel wird diese Zuordnung vor dem Matching definiert.
Die verschiedenen Schreibweisen von Adressen und etwaige Schreibfehler können zu falschen oder uneindeutigen Zuordnungen führen. Um diesen möglichen Unschärfen begegnen zu können, wird häufig vor dem Matching ein semantischer Toleranzbereich definiert. Dabei wird beispielsweise der minimal erforderliche Anteil an gleichen Buchstaben im Straßenname festgelegt. In den meisten Datenbanken für das Geokodieren sind außerdem gängige Abkürzungen (Str. für Straße etc.) hinterlegt.
Neben den möglichen Variabilitäten der Adressdaten an sich, ist die zeitliche Kongruenz der Adressliste und der Referenzdatenbank für die Qualität des Matching-Verfahrens entscheidend. Das bedeutet, dass sich die zu geokodierende Adressliste und die Referenzdaten auf den ungefährt gleichen Zeitpunkt beziehen müssen. Anderenfalls könnten etwaige Adressänderungen zu falschen Zuordnungen führen bzw. eine solche überhaupt verunmöglichen.

   
frage

Überlegen Sie sich welche weiteren Faktoren für die eindeutige Zuordnung von Adressen ausschlaggebend sind bzw. welche dafür hinderlich sein könnten.

   

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnis

 
  • Gehen Sie nun auf arcgis.com Geocoding.
  • Unter der Option Hinzufügen nutzen Sie die Möglichkeit "Layer aus Datei hinzufügen"
  • Geokodieren Sie als erstes die Adressen der vier Apothekenstandorte. Wählen Sie dazu die Text-Datei apotheken.txt aus und drücken Sie auf "Layer importieren"
  • Die Zuordnung der einzelnen Felder erfolgt nach dieser Logik:
    APOADR —» Address
    APOPLZ —» Postal
    APOCITY —» City
    APOCOUNTRY —» Country
    Alle anderen Felder müssen nicht definiert werden.
  • Mit "Layer hinzufügen" starten Sie den Geokodierungsprozess.
  • Das Ergebnis wird Ihnen unmittelbar im Kartenfenster angezeigt.
  • Gehen Sie nun analog mit den Kundendaten vor. DieTextdatei heißt kunden.txt, die Zuordnung der Felder ist wie bei den Apotheken vorzunehmen.

Ergebnis

   

Visualisierung
Gestaltung der Signaturen

 

 

Nun gilt es die Einzugsgebiete der vier Apothekenstandorte entsprechend zu visualisieren.

  • Im Kontextmenü der beiden geladenen Layer finden Sie die Option "Symbole ändern".
  • Weisen Sie auf diesem Weg den Apotheken eine gut erkennbare Signatur in einer jeweils eigenen Farbe zu.
  • Die Signaturen für die Kundenadressen sollen nun in den Farben der jeweils assoziierten Apotheke dargestellt werden. Die Zugehörigkeit ist im Kundenlayer, in der Spalte APOKENNR ersichtlich.
  • Optimieren Sie zum Abschluss alle Signaturen. Sie können dazu Umrisslinien etc. definieren.
   
   

Eine mögliche Lösung könnte folgendermaßen aussehen:

Endergebnis
Einzugsgebiet von vier Apothekenstandorten. Klicken Sie auf die Abbildung, um die Karte im Browser zu öffnen.

Je nach verfügbarer Zeit, können Sie die Pop-Ups der einzelnen Objekte konfigurieren. Erkunden Sie die Möglichkeiten die ArcGIS hier bietet.

Wenn Sie Ihr Ergebnis speichern möchten, müssen Sie sich mit dem ESRI Global Account einloggen. Sie können dann definieren, ob Sie Ihre Karte freigeben oder für sich behalten möchten.

   
frage

Versuchen Sie nun abschließend zusammenzufassen was die Voraussetzungen für eine möglichst korrekte und effektive Geokodierung sind, welche Probleme auftreten können und wie die automatisch generierten Ergebnisse zu bewerten sind.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen, Fragen und Erkenntnisse im Diskussionsforum (steht in diesem Schnuppermodul nicht zur Verfügung) unter dem Titel "Geokodierung" mit! Gerne können Sie auch einen Link Ihrer Ergebniskarte anfügen.

   
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